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Timesharing von Ferienwohnungen (I)

Warnung

An erster Stelle möchte ich Sie vor verschiedenen Firmen und Personen warnen, die eng miteinander zusammen arbeiten und  es vor allem darauf angelegt haben, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Ferien-Angebote, die verkauft werden, sind meist sehr kompliziert, unübersichtlich und intransparent gestaltet. Als Kunde tragen Sie bei solchen Verträgen ein grosses finanzielles Risiko, namentlich in Bezug auf Folgekosten. Es besteht keine Kostentransparenz und schliesslich ist das Verhältnis von Angebot und Preis schlecht bis miserabel. Von diesem Geschäften profitieren einzig die Timesharing-Abzocker.

Wohl gibt es Kunden, die mit dem Timesharing-Angebot zufrieden sind, aber aus meiner Beratungstätigkeit weiss ich, dass doch sehr viele Kunden unzufrieden sind und lieber heute als morgen aus den Timesharing-Verträgen aussteigen möchten.

Über die Timesharing-Abzocker wurde bereits wiederholt in den Medien berichtet. Das allein zeigt, dass man bei solchen Geschäften Vorsicht am Platz ist.


DRS 1: Beitrag der Konsumentensendung Espresso vom 1.11.2007 (Interview u.a. mit RA Maag)

SF 1: Kassensturz, Sendung vom 28.3.2006

Die Masche der Timesharing-Abzocker (Teil 1): Der Gratisferien-Trick

Haben Sie schon mal einen Prospekt im Briefkasten gehabt, dass Sie Gratisferien gewonnen haben oder nach Beantwortung einer Reiseumfrage als Gewinn Gratisferien in Aussicht gestellt werden?

Melden Sie sich auf keinen Fall auf ein solches Angebot!

Sollten Sie sich jedoch auf ein solches Angebot gemeldet haben, werden sie ein nettes Telefon von der Timesharing-Firma erhalten. Man teilt Ihnen – wie auch allen anderen – mit, dass Sie der Glückliche sind, der Gratisferien gewonnen hat. Der Haken an der ganzen Sache ist, dass Sie am Sitz der Firma persönlich vorbeischauen müssen, um den Preis zu erhalten, am Besten in Begleitung des Ehepartners.

Wenn Sie in den Geschäftsörtlichkeiten von Viva Tours, Club Touristik oder Swiss Travel Club sind, werden Sie schnell merken, dass es nicht mehr um Gratisferien geht, sondern dass Sie in eine Verkaufsveranstaltung geraten sind. Man lockt Sie nur an den Firmensitz, damit Sie ein Timesharing-Recht einer Ferienwohnung  erwerben.

Wenn Sie in den Geschäftsörtlichkeiten sind, ist es schon zu spät. Mit grosser Sicherheit kommen Sie dort nur noch mit einem unterschriebenen Vertrag hinaus. Stundenlange Bearbeitung und Zermürbungstaktik, was an Gehirnwäsche grenzt, kocht jeden Kunden weich. Sie müssen sich folglich nicht schämen, wenn Sie einen Vertrag unterschrieben haben, und dies im Nachhinein als Fehler erkennen.

Gleichzeitig werden Sie gedrängt, sofort eine Anzahlung zu leisten, in der Regel CHF 2'000.--. Die Leute sind ja so nett, Sie können mit Kreditkarte bezahlen oder man begleitet Sie an den Bancomaten. Die Anzahlung können Sie im Übrigen faktisch vergessen, wenn sie später vom Vertrag zurücktreten wollen. Die Kreditkartenfirmen haben reagiert und die Geschäftsbeziehungen zu unseriösen Vermitteln eingestellt, weshalb heute keine Zahlungen mittels Kreditkarten mehr erfolgen. In einem späteren Zeitpunkt verzichteten die Vermittler ganz auf eine Anzahlung.

Viva Tours bzw. Club Touristik operierten teilweise mit der Masche, dass man den Vertrag auf drei Jahre auf Probe unterzeichnen könne. Man könne dann zurück treten und erhalte das einbezahlte Kapital zurück. Wenn allerdings die Probezeit abgelaufen ist, kann sich niemand mehr an diese Zusage erinnern. Der Konsument hat gar keine Wahl, den eine Nichtverlängerung führt automatisch zum Totalverlust.

Die Phase 1 der Timesharing.-Abzocker dauerte bis ca. Ende 2006. Im Moment werden die bestehenden Kunden bearbeitet (Phase 3).

Die Masche der Timesharing-Abzocker (Teil 2): Upgrading auf bessere Ferienwoche

Die Timesharing-Rechte werden nach der Saison unterschieden. Rot = Hauptsaison, Blau = Vor- oder Nachsaison, Weiss = Nebensaison. 

In der ersten Phase wurden den Kunden gezielt schlechte Wochen untergejubelt. Wenn dann die Kunden Ferien machen, werden sie von Angestellten des besagten Hotels gezielt darauf angesprochen, sie sollen doch auf eine bessere Woche umsteigen. Namentlich wird die weisse Woche schlecht gemacht, man sei in der Schweiz über den Tisch gezogen worden. Es wird argumentiert, dass z.B. mit einer roten Woche das Timesharing-Recht besser verkauft werden könne. Das ist allerdings ein Märchen, denn auch für Timesharing-Rechte der roten Woche gibt es keinen Markt. Die besagten Timesharing-Rechte sind schlicht unverkäuflich. Ein Umstieg lohnt sich somit finanziell in keiner Weise. Vielmehr sollen bestehende Kunden nochmals abkassiert werden, denn ein Umstieg kostet wiederum mehrere Tausend Franken.

Lassen Sie sich nicht auf ein Upgrading ein und wenn Sie doch einen solchen Vertrag unterschrieben haben, treten Sie umgehend schriftlich vom Vertrag zurück!  

Die Masche der Timesharing-Abzocker (Teil 3): Umstieg auf CVC

Da im Moment nicht auf die Jagd nach Neukunden gegangen wird, sollen die bestehenden Kunden nochmals gemelkt werden. Concepts Internet Travel AG in Brüttisellen spricht gezielt sämtliche alten Timesharing-Kunden von  Viva Tours, Club Touristik bzw. Swiss Travel Club an, um diese in ihr Büro zu locken. Dort macht man Ihnen in Bezug auf die Kosten Angst und versucht,  Ihnen eine Mitgliedschaft im CVC-Ferienprogramm (unter Gleichzeitiger Abtretung der alten Timesharing-Rechte) aufzuschwatzen. Der Umstieg ist natürlich nicht gratis und kostet wiederum  mehrere tausend Franken.

Gehen Sie keinesfalls nach Brüttisellen!

Da der neue Vertrag noch viel schlechter als der alte ist, ist eine Umwandlung in eine CVC-Mitgliedschaft wirklich nicht zu empfehlen.

Links

Deutsche und Schweizerische Schutzgemeinschaft für Auslandgrundbesitz e.V.
Schutz4Timesharing
Schutzvereinigung für Time-Sharing und Ferienwohnrechtsinhaber in Europa e.V.
Eidgenössisches Büro für Konsumentenfragen

© bm 12.11.2008

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